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Augen auf: Alles, was Sie über Bindehautentzündungen wissen müssen

Gepostet von Apotheker Michael Glock, am 25.02.2024

Effektive Hilfe bei Bindehautentzündung: Symptome, Ursachen und Therapien

Mit geröteten, brennenden Augen wachen Sie auf und fragen sich, ob eine Bindehautentzündung der Übeltäter ist? Finden Sie heraus, welche Symptome typisch sind, welche Ursachen zugrunde liegen und wie Sie gezielt behandeln können, um schnell Linderung zu erfahren.

Mit einem Klick direkt zum Thema:

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bindehautentzündung ist eine häufige Augenentzündung mit Symptomen wie Rötung, Jucken und manchmal eitrigem Sekret; Unterscheidung zwischen bakterieller, viraler und allergischer Bindehautentzündung ist für die Behandlung wichtig.

  • Verschiedene Behandlungsoptionen sind auf die Ursache der Bindehautentzündung zugeschnitten – antibiotische Augentropfen oder Salben bei bakteriellen, abschwellende Mittel oder Allergietherapie bei allergischen Entzündungen.

  • Gute Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen und Vermeiden des Augenkontakts mit den Händen, können das Risiko einer Bindehautentzündung senken; bei anhaltenden Symptomen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Was genau ist eine Bindehautentzündung?

Eine Bindehautentzündung, auch Konjunktivitis oder Augenentzündung genannt, ist eine der häufigsten Augeninfektionen und eine Entzündung der Bindehaut des Auges, die in den meisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingt. Die Bindehaut ist eine dünne, transparente Haut, die das Weiße des Augapfels und die Innenseite der Augenlider bedeckt.

Es gibt verschiedene Arten von Bindehautentzündungen, unter anderem die infektiöse Bindehautentzündung, die durch Bakterien oder Viren verursacht wird, und die allergische Bindehautentzündung, die durch eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Beide Arten können Jucken, Brennen und Rötungen verursachen und manchmal auch eitriges Sekret absondern.

Symptome einer Bindehautentzündung

 

Bild von einem Kind mit gerötete und gereiztem Auge als Symptome einer Bindehautentzündung

 

Die Symptome einer Bindehautentzündung können sehr unangenehm sein und das alltägliche Leben beeinträchtigen. Dazu gehören:

  • ein Fremdkörpergefühl im Auge

  • Brennen

  • Jucken

  • vermehrte Tränenbildung

  • Rötung des Auges.

Ein weiteres häufiges Symptom bei verschiedenen Krankheiten ist, dass die Augen morgens verklebt sind. Dies wird durch den nächtlichen Ausfluss von Sekret verursacht. Besonders bei bakteriellen Entzündungen kann das Sekret eitrig und gelblich werden. Eitriges Sekret kann auf eine schwerere und infektiöse Entzündung hinweisen und sollte daher ernst genommen werden.

Unterschiede zwischen bakterieller, viraler und allergischer Bindehautentzündung

Obwohl sowohl bakterielle als auch virale Bindehautentzündungen ähnliche Symptome hervorrufen, gibt es einige Unterschiede, die für die Diagnose und Behandlung einer virale Bindehautentzündung wichtig sind. Bei einer viralen Bindehautentzündung ist der Ausfluss in der Regel wässrig, während er bei bakterieller Bindehautentzündung dick und in Farben von weiß über grün bis gelb auftritt.

Bei allergischer Bindehautentzündung hingegen sind die Symptome häufig saisonal und können mit anderen allergischen Symptomen wie Niesen und einer laufenden Nase einhergehen. Es ist wichtig, die Ursache der Bindehautentzündung genau zu identifizieren, um die richtige Behandlung einleiten zu können.

Mögliche Ursachen für Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen können durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Infektionen durch Bakterien, Viren und seltener Pilze sind häufige Auslöser. Chlamydien und Adenoviren sind dabei besonders bekannt dafür, ansteckende Bindehautentzündungen zu verursachen.

Allergische Reaktionen sind eine weitere häufige Ursache für Bindehautentzündungen. Diese treten auf, wenn das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Substanzen reagiert, die als Allergene bezeichnet werden.

Nicht zuletzt können auch Umweltfaktoren wie Rauch, Staub und Zugluft, sowie Augentrockenheit Bindehautentzündungen begünstigen. Daher ist es wichtig, die Augen vor solchen Reizen zu schützen und bei Bedarf feucht zu halten.

Diagnose und Untersuchung

Um eine Bindehautentzündung zu diagnostizieren, beginnt der Arzt in der Regel mit einer Befragung des Patienten und einer anschließenden Untersuchung des Auges. Zur genauen Untersuchung des Auges verwendet der Augenarzt eine Spaltlampe, mit der die Augenpartie vergrößert dargestellt werden kann. Bei Verdacht auf eine infektiöse Bindehautentzündung kann ein Abstrich der Bindehaut genommen werden, um den Erreger zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Es ist entscheidend, bei der Diagnose einer Bindehautentzündung, bei der beide Augen betroffen sind, auch andere schwerwiegende Augenprobleme wie eine Hornhautentzündung oder eine Ausbreitung der Entzündung auszuschließen.

Therapieoptionen bei Bindehautentzündung

 

Frau tropft Augentropfen in die Augen eines Kindes mit einer Bindehautentzündung

 

Die Behandlung einer Bindehautentzündung hängt von ihrer Ursache ab. Je nachdem, ob sie durch eine Infektion oder eine Allergie verursacht wird, können verschiedene Therapieoptionen zum Einsatz kommen, von Antibiotika und antiviralen Medikamenten über Allergietherapie bis hin zu Tränenersatzmitteln.

Antibiotika und antivirale Medikamente

Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung wird in der Regel eine Behandlung mit antibiotischen Augentropfen oder Salben eingeleitet. Diese zerstören die Bakterien, die die Entzündung verursachen, und helfen dabei, die Symptome zu lindern.

Antivirale Medikamente hingegen sind in der Regel bei einer durch Viren verursachten Bindehautentzündung nicht wirksam. In einigen Fällen, etwa bei einer schweren viralen Konjunktivitis, können antivirale Medikamente jedoch zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.

Augentropfen bei Kleinkindern richtig anwenden

 

Frau tropft Augetropfen in den inneren Augenwinkel eines Babys, damit sich der Tropfen bei Öffnung des Auges im Auge verteilt.

 

Die Verabreichung von Augentropfen bei Kleinkindern kann eine Herausforderung sein. Hier sind einige Tipps, um diesen Prozess zu erleichtern:

  1. Vorbereitung: Waschen Sie zuerst Ihre Hände gründlich und lesen Sie die Anweisungen auf den Augentropfen sorgfältig durch. Es kann hilfreich sein, das Fläschchen in der Hand zu erwärmen, damit die Tropfen nicht zu kalt sind.

  2. Positionierung: Lassen Sie das Kind auf den Rücken liegen, vielleicht mit einem Lieblingskuscheltier oder einer beruhigenden Melodie, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Einige Eltern finden es hilfreich, das Kind sanft an den Schultern zu halten, um plötzliche Bewegungen zu vermeiden.

  3. Tropfen: Ziehen Sie das untere Augenlid vorsichtig nach unten und träufeln Sie die vorgeschriebene Anzahl an Tropfen in den Bindehautsack. Alternativ können Sie die Tropfen auch in den inneren Winkel des geschlossenen Auges geben; beim Öffnen des Auges wandern die Tropfen dann automatisch in das Auge hinein. Vermeiden Sie es, mit der Tropfflasche das Auge oder die Wimpern zu berühren, um Kontaminationen zu verhindern.

  4. Nachsorge: Schließen Sie das Auge des Kindes sanft und halten Sie es für etwa eine Minute geschlossen. Dies hilft, dass die Tropfen sich gleichmäßig verteilen und nicht herausfließen.

  5. Beruhigung: Nach der Verabreichung der Tropfen ist es wichtig, das Kind zu loben und zu trösten. Eine kleine Belohnung oder ein Spiel kann dazu beitragen, zukünftige Anwendungen zu erleichtern.

Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie Ihrem Kind helfen, die Behandlung mit Augentropfen so stressfrei wie möglich zu erleben.

Allergietherapie

Bei allergischer Bindehautentzündung können folgende Mittel eingesetzt werden:

  • abschwellende Augentropfen

  • cromoglyzinhaltige Augentropfen

  • steroidhaltige Augentropfen

  • H-1-Rezeptorenblocker

Diese Mittel helfen, die allergische Reaktion zu unterdrücken und die Symptome zu lindern.

Zusätzlich können kalte Kompressen verwendet werden, um Symptome wie Schwellungen und Beschwerden bei allergischer Konjunktivitis zu lindern. Eine wichtige Maßnahme bei allergischer Bindehautentzündung ist es auch, den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden.

Vorbeugung und Hygienetipps

Um Bindehautentzündungen vorzubeugen, ist eine gute Handhygiene entscheidend. Regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden des Berührens der Augen mit ungewaschenen Händen können helfen, die Ausbreitung von infektiösen Bindehautentzündungen zu unterbinden.

Darüber hinaus ist es wichtig:

  • Handtücher nicht gemeinsam zu nutzen

  • Kontaktlinsen nicht zu lange zu tragen oder sie während einer Bindehautentzündung überhaupt zu verwenden

  • Nach der Abheilung neue Linsen zu benutzen oder die existierenden gründlich zu reinigen.

Schließlich können auch Schutzmaßnahmen vor Umweltreizen wie Rauch, Staub und Chemikalien helfen, Bindehautentzündungen vorzubeugen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie anhaltende Beschwerden wie Augenrötungen, Schwellungen, verklebte Augen, Fremdkörpergefühl, Brennen, Jucken oder tränende Augen haben, sollten Sie einen Augenarzt konsultieren. Eine ärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Symptome einer Bindehautentzündung die Sehfähigkeit beeinträchtigen oder wenn starke Schmerzen vorliegen. Unbehandelt kann die Entzündung auf andere Teile des Auges übergehen, das Sehvermögen beeinträchtigen und Vernarbungen durch bakterielle Zusatzinfektionen verursachen.

Zusammenfassung

Wir haben gesehen, dass Bindehautentzündungen eine häufige, aber meist gut behandelbare Erkrankung sind. Sie können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter Bakterien, Viren und Allergene, und sie können eine Reihe von unangenehmen Symptomen verursachen, darunter Jucken, Brennen, Rötungen und eitrigen Ausfluss.

Unabhängig von der Ursache der Bindehautentzündung ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und bei anhaltenden Beschwerden, Beeinträchtigung der Sehfähigkeit oder starken Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und einer guten Hygiene können Sie jedoch dazu beitragen, Bindehautentzündungen vorzubeugen und Ihre Augen gesund zu halten.

 

Frau tropft Augentropfen in die Augen eines Kindes, welches mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegt. Die Frau passt dabei auf, dass sie das Auge oder die Wimpern nicht berührt um eine Kontamination des Medikaments zu vermeiden.

 

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Bindehautentzündung zu Hause behandeln?

Ja, leichte Fälle einer Bindehautentzündung können oft zu Hause behandelt werden. Bei einer allergischen Bindehautentzündung helfen antiallergische Augentropfen und das Meiden des Allergens. Bei einer bakteriellen Infektion können rezeptfreie antibiotische Augentropfen Linderung verschaffen. Wichtig ist jedoch, bei Verschlechterung oder anhaltenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Wie lange ist eine Bindehautentzündung ansteckend?

Eine durch Bakterien oder Viren verursachte Bindehautentzündung kann ansteckend sein. Die Ansteckungsgefahr besteht solange Symptome wie Augenausfluss vorhanden sind. Bei einer Behandlung mit Antibiotika verringert sich die Ansteckungsgefahr in der Regel nach 24 Stunden deutlich.

Kann ich mit Bindehautentzündung arbeiten gehen?

Das hängt von der Schwere der Symptome und der Ansteckungsgefahr ab. Bei starken Beschwerden oder wenn die Bindehautentzündung ansteckend ist, sollte man zu Hause bleiben, um eine Ausbreitung zu verhindern und die eigenen Augen zu schonen.

Wie kann ich einer Bindehautentzündung vorbeugen?

Gute Hygiene ist der beste Schutz. Regelmäßiges Händewaschen, Vermeiden des Augenkontakts mit den Händen und das Nichtteilen von persönlichen Gegenständen wie Handtücher oder Kosmetika können helfen, das Risiko einer Bindehautentzündung zu senken.

Sind Kinder anfälliger für Bindehautentzündungen?

Ja, Kinder kommen oft in engen Kontakt mit anderen Kindern, z.B. in der Schule oder im Kindergarten, was die Übertragung von Infektionen wie der Bindehautentzündung begünstigen kann.

 

Schlagwörter: Bindehautentzündung Konjunktivitis Augengesundheit Behandlung von Bindehautentzündungen Infektion

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